Der Himmel ist über dem Sternenzelt

29. Sportlerwallfahrt führt nach Bad Wimpfen

„Der eigentliche Himmel befindet sich weit über dem Sternenzelt“, sagte Pfarrer Bernhard Schüpke in der Ersheimer Kapelle, als die 45 Wallfahrer der DJK für eine die Wallfahrt so prägende Auszeit ihre Tour unterbrachen. Ja, die Auszeiten sind es, die eine hervorragend geplante Fahrradwallfahrt von einer Radwanderung unterscheiden. Seit 1985 sind die DJKler bei Sportlerwallfahrten unterwegs. Die ersten 15 Pilgertouren bewältigten sie zu Fuß, bei den nächsten 14 Wallfahrten traten sie in die Pedale. Eines hatten alle Wallfahrten gemeinsam; es waren fröhliche Touren, die sie für ihren Herrgott unternahmen. Lachen und Scherzen gehörten von Beginn an zur Sportlerwallfahrt, wie das Beten und Singen. 

Viele Orte haben die DJKler im Laufe der Jahre angesteuert. Der Rhein, der Main, ja sogar die Wern, die bei Gemünden in den Main fließt, wurden von den DJKlern besucht. Einzig der Neckar war noch nicht im Programm der Wallfahrer vorhanden. „Das muss sich ändern“, beschlossen die Wallfahrtsleiter Günter Huther und Josef Löbig und bereiteten zusammen mit ihren Frauen Waltraud und Monika die erste „Neckarwallfahrt“ vor. Als Ziel bot sich Bad Wimpfen an. Das Neckarstädtchen hat nicht nur eine herrliche Stiftskirche, in der sich schon oft Wallfahrer versammelten, sondern auch ein altes Kloster, das heute den Maltesern als Bildungshaus dient. In diesem Haus konnten die DJKler ihr Nachtlager aufschlagen.

Ein Problem hatten die Wallfahrtsleiter noch zu lösen. Zwischen Münster und Bad Wimpfen liegen nicht nur eine ziemlich lange Wegstrecke sondern auch die Bergrücken des Odenwaldes. Und da die Berge nicht flacher und die Entfernung zwischen Münster und Bad Wimpfen nicht geringer werden, musste eine Lösung her. Die im wahrsten Sinne des Wortes erfahrene Wallfahrtsleitung charterte einen Bus und so konnten sie die Fahrradstrecke in erträglichen Grenzen halten. Für die landläufigen Sonntagsausflügler klingen die Fahrradkilometer allerdings noch wie eine Reise zum Mond. An beiden Tagen waren jeweils 94 Kilometer zu bewältigen! 

Begonnen hat die Wallfahrt am Samstag, 6. Juni um 6:00 Uhr in der DJK-Gaststätte. Pfarrer Schüpke erteilte den Reisesegen und stimmte die Gruppe auf den geistlichen Teil der Wallfahrt ein. „Orte und Gestalten“ hatte Pfarrer Schüpke seine Auszeiten überschrieben. Münsters Pfarrer erwies sich nicht nur als religiöser Fachmann, er war auch ein geschichtskundiger Reisebegleiter. In der Kirche St. Afra in Neckargerach erfuhren die Wallfahrer nicht nur vieles aus dem Leben der bei uns wenig bekannten Heiligen. Sie erfuhren auch, dass der Neckar vor etlichen hundert Jahren bei Groß-Gerau in Rhein floss! Aber bis Pfarrer Schüpke dies seinen Mitwallfahrern erzählen konnte, hatten die Beine noch eine Menge Arbeit zu verrichten. 

Von Münster aus führte der Weg in den Altheimer Forst. Am Marienbildstock war die erste Auszeit der diesjährigen Wallfahrt. Klar, dass Maria in deren Mittelpunkt stand. Über Heubach erreichten die Radpilger den Breuberg. Etwas unterhalb der Burg war die Früh-stücksrast. Weiter führte der Weg zur Einhardsbasilika in Steinbach. In Erbach wurden die Räder in einen Fahrradanhänger verladen. Der Bus brachte die DJKler nach Eberbach. Hier wartete bereits das Mittagessen. Die Fahrt unter dem immer blauen Himmel führte jetzt entlang des Neckars nach Bad Wimpfen. Nach dem Abendessen trafen sich die Wallfahrer in der Stiftskirche zur Wallfahrtsmesse. „Lassen wir heute einmal die Kirche predigen“, sagte Pfarrer Schüpke zu seinen Mitpilgern. Und er erzählte die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses und stellte den Bezug zum heutigen Glauben her. Ein schöner Abschluss im Kostergarten beendete den ersten  Wallfahrtstag.

Der Zweite begann um 7:00 Uhr mit dem Morgenlob im Kreuzgang. Am anderen Ufer des Neckars entlang ging es nach Obrigkeim. Von dort fuhren die Wallfahrer über Eberbach nach Ersheim, einem Ortsteil von Hirschhorn. Nach einer Auszeit und dem Mittagessen wurden wieder die Räder verladen. Der Bus brachte die Wallfahrer nach Mömlingen. Der Fahrradan-hänger wurde während der gesamten Tour von Herbert Müller mit einem Opel Sprinter gezogen. Bei der Größe des Anhängers eine tolle Leistung des Wallfahrtfahrers! Ab Mömlingen trennten die Pilger noch 40 Kilometer von ihrer Heimat. Über Großostheim wurde gegen 19:00 Uhr die Pfarrkirche in Münster erreicht. Pfarrer Schüpke erteilte den Schlusssegen und der DJK-Vorsitzende Andreas Müller dankte den Organisatoren für ihre tolle Arbeit. Günter Huther und Josef Löbig bedankten sich ihrerseits bei allen Mitwallfahrern. Für seine 25. Teilnahme erhielt Joachim Müller eine Urkunde. Hubert Schledt, der 1985 als DJK-Vorsitzender die erste Wallfahrt geleitet hatte, wurde für seine 20. Teilnahme ausgezeichnet. 

Mit einem gemütlichen Abschluss im Garten des DJK-Geländes klang die Wallfahrt aus. Eine klare Nacht zeigte ihr Sternenzelt und die DJKler wussten, der wahre Himmel ist weit darüber!

 

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